Lkw wird an einer Verladerampe beladen, im Hintergrund gestapelte Paletten mit Kartons und ein Gabelstapler

Frachtkosten und Logistikgesamtkosten

Die Frachtkosten sind der Betrag für den Transport der Ladung von einem Ort zum anderen. Die Logistikgesamtkosten addieren zur Fracht alles, was die Art des Bewegens und Lagerns auslöst: Lagerung, im Bestand gebundenes Kapital, Auftragsabwicklung und Fehlmengenkosten. Wer nur nach der niedrigsten Fracht entscheidet, erhöht meist die Gesamtkosten.

Der Grund: Die Positionen gleichen einander aus. Häufiger Versand kleiner Mengen erhöht die Fracht, senkt aber Bestand und Fehlmengen; Sammelversand verbilligt das Kilo, bindet aber Geld und Platz. Die richtige Rechnung vergleicht die Summe, nicht eine einzelne Zeile.

Visuelle Übersicht: Fracht, Lagerung, Bestand und Servicegrad

Die Übersicht zeigt die Bestandteile der Logistikkosten, die Frachtrechnung nach frachtpflichtigem Gewicht und den Vergleich von drei Liefertakten.

LOGISTIKGESAMTKOSTEN
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Bestandteile der Logistikgesamtkosten

Logistikgesamtkosten = Transport + Lagerung + Kapitalkosten des Bestands + Auftragsabwicklung + Fehlmengen

Um Produkte und Zeiträume zu vergleichen, teilen Sie die Summe durch die bewegten Stückzahlen (Logistikkosten je Stück) und durch den Umsatz (Anteil am Umsatz).

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So berechnen Sie die Fracht einer Sendung

Im Straßengüterverkehr mit Stückgut berechnet der Frachtführer das größere von Istgewicht und Volumengewicht (frachtpflichtiges Gewicht). Das Volumengewicht ergibt sich aus dem Volumen in m³ mal einem Umrechnungsfaktor in kg/m³, der im Tarif des jeweiligen Frachtführers steht. Zu dieser gewichtsbezogenen Fracht kommen Positionen wie ein Wertzuschlag (Prozentsatz auf den Warenwert), ein Risiko- oder Versicherungszuschlag und Maut. Bezeichnungen und Bemessungsgrundlagen unterscheiden sich je nach Frachtführer und Vertrag; prüfen Sie daher Ihren Tarif.

Fiktives Beispiel mit Faktor 300 kg/m³: Sendung 1,2 m × 1,0 m × 1,5 m = 1,8 m³ bei 400 kg Istgewicht.

PositionRechnungBetrag (€)
Volumengewicht1,8 m³ × 300 kg/m³540 kg
Frachtpflichtiges Gewichtgrößeres von 400 kg und 540 kg540 kg
Gewichtsfracht540 kg × 0,90 €/kg486,00
Wertzuschlag0,3 % × Warenwert 20.000 €60,00
Risikozuschlag0,2 % × 20.000 €40,00
MautTarifwert25,00
Fracht gesamt486 + 60 + 40 + 25611,00

Nach Volumengewicht wird abgerechnet, weil die Ladung für den belegten Raum leicht ist. Ein kleinerer Karton oder eine bessere Palettierung senkt das frachtpflichtige Gewicht und damit die Fracht.

Beispiel: drei Liefertakte im Vergleich

Fiktives Beispiel: ein Artikel mit 2 kg und 50 € je Stück, Jahresbedarf 24.000 Stück (Umsatz 1.200.000 €). Lagerhaltungskosten: 20 % pro Jahr auf den Wert; Lagerkosten von 6 € je durchschnittlich gelagertem Stück und Jahr; 150 € Abwicklung je Sendung. Der Durchschnittsbestand ist die Hälfte der Liefermenge plus Sicherheitsbestand, der bei häufigeren Lieferungen sinkt (600, 450 und 300 Stück).

Position (€/Jahr)Monatlich (12 Lieferungen)Zweimal im Monat (24 Lieferungen)Wöchentlich (48 Lieferungen)
Menge je Lieferung2.000 Stk1.000 Stk500 Stk
Fracht je Lieferung3.0001.7501.150
Fracht je kg0,750,8751,15
Durchschnittsbestand (Menge ÷ 2 + Sicherheitsbestand)1.600 Stk950 Stk550 Stk
Fracht pro Jahr36.00042.00055.200
Lagerung (6 € × Durchschnittsbestand)9.6005.7003.300
Kapitalkosten (20 % × 50 € × Durchschnittsbestand)16.0009.5005.500
Abwicklung (150 € × Lieferungen)1.8003.6007.200
Erwartete Fehlmengenkosten4.0002.0001.500
Logistikgesamtkosten67.40062.80072.700
Je Stück2,812,623,03
Anteil am Umsatz5,62 %5,23 %6,06 %

Die monatliche Variante hat die niedrigste Fracht (36.000 €), aber den höchsten Bestand und die höchsten Fehlmengenkosten. Die wöchentliche senkt den Bestand auf ein Minimum, zahlt dafür aber 55.200 € Fracht und 7.200 € Abwicklung. Die zweimal monatliche gewinnt mit 62.800 €: 4.600 € (6,8 %) weniger als monatlich und 9.900 € weniger als wöchentlich. Die niedrigste Fracht war nicht die beste Entscheidung.

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Wer die Fracht zahlt: Incoterms und Vertrag

Bevor Sie Kosten vergleichen, klären Sie, wer welchen Abschnitt trägt. Im internationalen Handel legt die Incoterms-Klausel fest, wo Kosten und Gefahr vom Verkäufer auf den Käufer übergehen; im Inlandsgeschäft übernehmen Klauseln wie „frei Haus“ oder „unfrei“ eine ähnliche Rolle. Ein niedrigerer Einkaufspreis kann eine Fracht verbergen, die der Käufer später zahlt; vergleichen Sie Angebote daher nach den Kosten frei Verwendungsstelle, nicht nur nach dem Artikelpreis. Dieselbe Logik gilt bei Anlagen mit den Gesamtbetriebskosten (TCO).

Wo sich die Logistikgesamtkosten senken lassen

Schritt für Schritt zur Berechnung

  1. Die fünf Positionen und den Datenverantwortlichen je Position auflisten: Transport (Rechnungen), Lagerung (Kostenstelle), Bestand (Rechnungswesen), Aufträge (Verwaltung) und Fehlmengen (Vertrieb).
  2. Den Lagerhaltungskostensatz des Unternehmens mit dem Controlling festlegen.
  3. Die Tabelle je Alternative aufbauen, wie im Beispiel, für denselben Zeitraum und denselben Bedarf.
  4. Gesamtsumme, Kosten je Stück und Umsatzanteil berechnen.
  5. Die Sensitivität prüfen: Fracht, Kapitalsatz und Servicegrad variieren und sehen, ob sich die Rangfolge ändert.

Häufige Fehler und Grenzen

Häufige Fragen

Woraus setzen sich die Logistikgesamtkosten zusammen?

Aus Transport, Lagerung, Lagerhaltungskosten, Auftragsabwicklung und den Kosten für Fehlmengen beziehungsweise Servicegrad.

Was ist das Volumengewicht?

Das Volumen der Ladung in m³ mal einem Umrechnungsfaktor in kg/m³; abgerechnet wird das größere von Istgewicht und Volumengewicht.

Wie berechnet man die Logistikkosten je Stück?

Die Logistikgesamtkosten des Zeitraums durch die bewegten Stückzahlen teilen. Im Beispiel: 62.800 € ÷ 24.000 = 2,62 €.

Bedeutet die niedrigste Fracht die niedrigsten Logistikkosten?

Nein. Im Beispiel hat die monatliche Lieferung die niedrigste Fracht (36.000 €), die zweimal monatliche aber die niedrigsten Gesamtkosten (62.800 €).

Wie fließt der Bestand in die Logistikkosten ein?

Über Durchschnittsbestand mal Stückwert mal jährlichem Lagerhaltungskostensatz, zuzüglich der Lagerung dieses Bestands.

Was ist ein Wertzuschlag bei der Fracht?

Ein Prozentsatz auf den Warenwert der Sendung, der das Transportrisiko abdecken soll.

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Quellen

  1. BALLOU, R. H.: Business Logistics/Supply Chain Management. Pearson.
  2. CHOPRA, S.; MEINDL, P.: Supply Chain Management: Strategie, Planung und Umsetzung. Pearson Studium.
  3. BOWERSOX, D. J.; CLOSS, D. J.; COOPER, M. B.: Supply Chain Logistics Management. McGraw-Hill.
  4. PFOHL, H.-C.: Logistiksysteme: Betriebswirtschaftliche Grundlagen. Berlin: Springer.

Zum Weiterlernen: verlässliche Quellen und Links

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Foto von Vagner Soares

Über den Autor

Vagner Soares

Spezialist für Lean Manufacturing und Verhaltensmanagement

Über 20 Jahre in der Automobil- und Metallindustrie (GM und Dana), Praktiker für Lean Manufacturing seit 2006. SENAI-Dozent und Mentor im brasilianischen Programm Brasil Mais Produtivo, mit Beratung, Schulung und Audits für über 50 Unternehmen. Er verbindet Qualität, Produktivität und Personalentwicklung.